KVS GmbH

​Zwischen Käsefüßen und Schnarchern

26. April 2019

KVS-Mann steht vor 820 Kilometern auf dem Jakobsweg

Ein Mann will weg – weit weg. Und er will wandern. Nicht nur ein bisschen, sondern ziemlich viel. KVS-Facility Manager Rainer Maria Heib (65) aus Lisdorf startet Ende April seine Reise auf den Jakobsweg, von Südfrankreich über die Pyrenäen nach Spanien, 820 km zu Fuß. Auf den Spuren von Hape Kerkeling, der darüber das Buch „Ich bin dann mal weg“ geschrieben hat: „Das ist jahrelang an mir vorbeigegangen, bis ich es irgendwann mal angefangen habe zu lesen – nach zwei Tagen hatte ich´s durch, ich hab´s förmlich verschlungen.“ Bis heute hat er das Buch „fünf bis sechs Mal gelesen.“  

Am 29. April geht´s jetzt endlich los, standesgemäß von der Haustür in Lisdorf zu Fuß zum Hauptbahnhof in Saarlouis. Mit dem Zug nach Straßburg, von da mit dem Flieger über Lyon nach Biarritz und dann mit dem Bummelzug zum Startpunkt des Jakobsweges in St. Jean Pied de Port an der französisch-spanischen Grenze: „Ich gehe erst Ende April, weil ich über einen Trampelpfad in den Pyrenäen will. Im März liegt da noch zu viel Schnee, dann ist der Pass gesperrt.“ Der Rückflug ist für den 8. Juni in Santiago de Compostela gebucht, bis dahin soll der Jakobsweg geschafft sein – mit Tagesetappen zwischen 20 und 30 km, je nachdem, wieviele Höhenmeter gerade anstehen.

Vorbereitet hat sich Rainer Maria Heib seit einem Jahr: „Du brauchst die richtigen Wanderschuhe, Doppelsocken und Hirschtalg – damit werden die Füße schon zwei Wochen vorher regelmäßig eingecremt. Bloß keine Blasen laufen.“ Sein Rucksack wird 6-7 Kilo schwer sein – ohne Essen und Trinken: „Das kommt dann noch dazu. Ein Liter Wasser wiegt ein Kilo – aus öffentlichen Quellen sollte man in Spanien nicht trinken – zu viel Dünger und Pestizide im Boden.“ Einen Spanischkurs hat er besucht, die Schuhe auf dem Lisdorfer Berg eingelaufen und sich da am Anfang förmlich hochgeschleppt. Mittlerweile kein Problem mehr für ihn.

Schlafen will er in den großen öffentlichen Pilgerherbergen: „Da darfst Du nicht so zart besaitet sein, wenn Du im 80-Mann-Saal zwischen Käsefüßen und Schnarchern liegst. Ich hab´mir Ohrenstöpsel eingepackt.“ Und auf dem Weg wird´s voll, allein 2018 waren 180.000 Pilger unterwegs: „Mehr als die Hälfte schafft es aber nicht ans Ziel, die geben vorher auf.“ Die Pilgerurkunde gibt´s in Spanien schon für die letzten 100 Kilometer, Radfahrer und Reiter müssen 200 km schaffen. Für viele Spanier eine wichtige Urkunde im Lebenslauf, deswegen ist im Sommer während der großen Ferien besonders viel los.

Rainer Maria Heib wandert ohne Begleitung, seine Gattin bleibt zuhause, ist als Marktbeschickerin selbständig und hat sowieso genug zu tun: „Ich will das ganz bewusst allein erleben, meine Frau hätte eh keine Lust.“ Die zwei erwachsenen Kinder haben mittlerweile sowieso ihre eigenen Leben, unterstützen aber natürlich ihren Vater.

Unterwegs ist Rainer mit Pilgerstab und einem Umhang des Friedenskünstlers Mike Mathes, den er zufällig persönlich bei einem Aktionstag des Sozialverbandes VdK, wo er Ortsvereinsvorsitzender ist, kennengelernt hat. Auf dem Umhang steht: „Tausend Augen – Friedensmarsch gegen Rechts“. Mathes hat das Augen-Projekt schon 2003 während des Irak-Kriegs gestartet. Rainer Maria Heib unterstützt das Anliegen voll und ganz – auch sein ganz persönlicher Weg wendet sich gegen Vorurteile, Diskriminierung anders Aussehender und Migranten. Insofern ist sein Jakobsweg auch ein von klaren Inhalten und Zlelen geprägter Marsch, den er keineswegs nur für sich selbst durchführt, sondern dabei auch an andere Menschen denkt und sich für sie einsetzt.

Rainer Maria Heib, der früher mal Zollbeamter war, sammelt unterwegs Spenden für das St. Barbara Hospiz in Bous, eine Herzensangelegenheit für ihn. Er selbst erkrankte vor 20 Jahren an Krebs – und hat die Krankheit besiegt. Heute ist er Mitglied der Jakobs-Bruderschaft in Paderborn, die ihn auch mit einem aktuellen Unterkunftsverzeichnis ausgestattet hat: „Das wird regelmäßig aktualisiert, es gibt ja auch viele Privatunterkünfte.“  

Dankbar ist er der KVS, die ihm nicht nur letztes Jahr einen Job, sondern jetzt auch die Möglichkeit gegeben hat, seinen Urlaub zusammenzulegen: „Das macht sicher nicht jeder Arbeitgeber, ich finde das wirklich großartig.“ Und so kann er sich sicher sein, dass auch sein Arbeitgeber ihn bei den insgesamt eine Million Schritten auf dem Jakobsweg unterstützt.  

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – wie geht´s nach dem Jakobsweg (spanisch: Camino de Santiago) weiter? „Sollte ich es schaffen, muss ich mich vor dem Jakobsweg-Blues hüten – der befällt alle, die ans Ziel kommen und danach nicht wissen, wohin sie als nächstes laufen sollen.“ Die Engländer sagen dazu auch: „Post Camino Blues“.  

Na ja, zunächst wird Rainer sicher wissen wohin – nach 820 Kilometern geht´s erstmal zurück heim nach Lisdorf – und in den Frühdienst bei der KVS.

 


Für Rückfragen: Katharina Lauer 06831- 9402 52 

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